Der Arbeitskreis „Weltkirche“ der Pfarre Graz-Karlau unterstützt seit mehr als 30 Jahren in enger Zusammenarbeit mit der Missio Austria humanitäre Hilfsprojekte und die Ausbildung von Priestern.

Auch die Ausbildung des ehemaligen Pfarrers von Nyamasheke Abbé Ubald wurde von diesem Arbeitskreis unterstützt. Zusammen mit Traude Schröttner wurde eine Partnerschaft gegründet, die nun schon seit mehr als 20 Jahren besteht und die sich allmählich zu einem großen ‚Hilfswerk für die dortige Pfarrgemeinde und die Diözese Cyangugu entwickelt hat.

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Und dann ereignet sich einer der traurigsten Geschehnisse in dieser Welt: der Genozid in Rwanda. Innerhalb von  3 Monaten werden im Jahr 1994 zwischen 800.000 und 1 Millionen Menschen brutal umgebracht. In Französisch spricht man von den “vie perdu” – verlorene Leben. Auch unsere Partnerpfarre wird schwer getroffen.

Nicht nur Kirchen, Pfarrhöfe, Schulen und andere Einrichtungen werden zerstört. Auch in Nyamasheke verlieren tausende von Pfarrbewohnern ihr Leben – werden brutal umgebracht. Allein in der Pfarrkirche fallen  6000 Menschen, die sich dort in Sicherheit wähnen, dem Gräuel des Krieges zum Opfer. Andere müssen in den nahe gelegenen Kongo fliehen, um ihr Leben zu retten und sehen viele geliebte Menschen niemals wieder.

Nun aber ist Frieden eingekehrt und die Kirche bemüht sich mit allen Kräften, die Menschen wieder miteinander zu versöhnen. Abbé Ubald geht mit gutem Beispiel voran. Er besucht den Mörder seiner Familie im Gefängnis, verzeiht ihm nicht nur, sondern sorgt auch für dessen Kinder und finanziert sogar deren Studium. Abbé Ubald lächelt: „Nur Gott kann uns dies schenken!“

In der großen Pfarrgemeinde leben rund 32000 getaufte Katholiken. Gemeinsam wird die heilige Messe gefeiert. Trotz Armut und vielem Leid erwächst aus dem Glauben große  Hoffnung und Lebensfreude.

Doch noch einmal werden die Menschen und all die Freundschaften und Hilfsprojekte auf eine harte Probe gestellt. Am 2. Februar 2008 bebt die Erde. Eine unfassbare Zerstörung erschüttert das Land. Kirchen, Schulen, Wohnhäuser – werden schwer beschädigt und in vielen Regionen völlig zerstört. Doch die Hoffnung und das Engagement der Menschen kennt kein Ende. Abbé Evariste, der Ökonom der Diözese gibt der Hoffnung einen Namen “Dieu nous aime” | Gott liebt uns! Und wieder werden Pfarrhöfe als Versammlungsräume instand gesetzt und neu errichtet, Schulen wieder aufgebaut und weitere Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche geschaffen.

Durch das Engagement der Pfarrer und der liebevollen Freundschaf mit Traude Schröttner und der Pfarrgemeinde Karlau in Graz konnte in den letzten Jahren viel Leid gemindert , große Freude verbreitet und die Basis für eine glücklichere Zukunft geschaffen werden.

Wir unterstützten unsere beiden Pfarrer und die Diözese Cyangugu mit allen Kräften, weil wir meinen, dass die Aussöhnung der Menschen die Grundvoraussetzung ist für ein friedliches Miteinander. Möge die Königin des Friedens die Freude an Gott und seiner Kirche erhalten, den Menschen dauerhaften Frieden erbitten, und sie alle segnen und beschützen.

Danke an alle helfenden Hände und Herzen!